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Ausschnitt Grafik Ressourceneffizienzvergleich © Franziska Struck

Neuer Index zur Bewertung der Ressourceneffizienz von Baukonstruktionen

Bei Bauvorhaben mit Fokus auf Ressourceneffizienz geht es häufig darum, mit welcher Wandkonstruktion oder mit welchem Dachaufbau dies über den gesamten Lebenszyklus möglich ist. Dabei sollten nicht nur Energieverbrauch, Rohstoffverbrauch und CO2-Emissionen berücksichtigt werden, sondern auch die Kreislauffähigkeit der Konstruktion. Dafür entwickelte Franziska Struck von der FH Münster in ihrer Dissertation einen neuen Indikator, den Ressourceneffizienzindex für Baukonstruktionen „REI_Bau“. Damit lässt sich die Ressourceneffizienz einer Baukonstruktion (Innen- und Außenwände, Dächer, Böden und Decken) bewerten. Mit dem REI-Bau können nicht nur verschiedene Planungsalternativen miteinander verglichen, sondern auch anhand von Benchmarks auf dem Markt eingeordnet werden. Bislang waren Benchmarks etwa für CO2-Emissionen nur auf Gebäudeebene verfügbar. Nun können solche auch zur Bewertung einzelner Konstruktionen genutzt werden. Neben diesen quantitativen Kriterien werden Aspekte wie Trennbarkeit, Wiederverwendbarkeit oder die Existenz von Rücknahmesystemen berücksichtigt. Durch eine transparente Bepunktung der Kriterien können zudem Defizite der jeweiligen Konstruktionen identifiziert werden. Dies bietet z. B. beim Produktdesign eines Bauprodukts die Möglichkeit, die Ressourceneffizienz gezielt zu steigern. Auch für öffentliche Bauvorhaben kann der REI_Bau genutzt werden, indem z. B. ein bestimmter Mindestwert in Ausschreibungen festgelegt wird. Bislang ist die Indexberechnung mittels eines Exceltools möglich, geplant ist die Umsetzung in ein webbasiertes Bewertungstool mit mehr Anwendungsfreundlichkeit. Die Dissertation enthält die Bewertungssystematik sowie Anwendungsbeispiele für den neuen Index.