4. Jahreskonferenz
der re!source Stiftung e.V.

vom 05.10.2021 im Herrenhaus Correns, Berlin
Forschung zur Ressourcenwende // Neues Europäisches Bauhaus // Planetare Grenzen // Ökonomische Politikinstrumente zur Ressourcenschonung // Leuchtturm-Projekte zur Ressourcenwende // Politischer Diskurs Klimaziele und Ressourcenwende

Konferenz

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Annette von Hagel

Annette von Hagel
geschäftsführende Vorständin re!source Stiftung e.V.

Kernaussagen Annette von Hagel

Das Wichtigste im Überblick:

  • 50 Prozent der Treibhausgasemissionen, 90 Prozent des Biodiversitätsverlustes und Wasserstresses sind nachweislich auf die Gewinnung und die Verarbeitung von Ressourcen zurückzuführen Die ressourcenintensiven Sektoren sind an erster Stelle der Bau, danach folgen Textil, Elektronik, Kunststoff und alles das findet sich in Gebäuden wieder.
  • Ein großer Hebel liegt bei der Öffentlichen Beschaffung. Richtlinien und Leitlinien zur Ressourceneffizienz gibt es zwar seit Jahren und im Prinzip weiß jeder, was zu tun ist. In der Praxis ist das Thema jedoch längst nicht verankert. Zumindest nicht so, wie es sein sollte.
  • Einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln zufolge könnte der Staat, einer der größten Bauherrn in Deutschland, jährlich 1,9 Millionen Tonnen CO2 einsparen, wenn er bei öffentlichen Vergaben an die Bauwirtschaft den Klimaschutz stärker berücksichtigt.

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Dr. Thomas Welter
Bund Deutscher Architekten BDA, Geschäftsführer

Kernaussagen Dr. Thomas Welter

Das Wichtigste im Überblick:

  • Wir brauchen Erzählungen für ein neues Zukunftsbild der Imagination, wie klimagerechtes und ressourcensparendes Planen und Bauen funktionieren soll und wie unsere Welt aussehen kann. Jedoch nicht als Prinzip Horrorszenario, das ist sehr wichtig.
  • Wenn man sich überlegt, dass wir in Deutschland immer noch 100.000 Einfamilienhäuser relativ konventionell bauen, mit Wärmedämmverbundfassade und Solardach, ist das kein klimagerechtes und ressourcensparendes Bauen.
  • Durch eine konsequente Änderung der Ordnungs-, Förder- und Steuerpolitik lassen sich die Folgen der Klimaänderung antizipieren und entsprechend ressourcensparende und klimagerechte Geschäftsmodelle schaffen.
  • Wir sollten versuchen, mit dem Neubau auszukommen, der derzeit noch stattfindet. Zudem gilt es, das Materielle und Konstruktive weiterzubauen, das Bestehende zu fördern und konsequent bei jeder Betrachtung die graue Energie in den Fokus zu nehmen.
  • Wir müssen endlich das Ausprobieren finanzieren! Wir brauchen Reallabore, wie sie zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung bereits existieren.
  • Ein gewisser Anteil aller öffentlichen Bauinvestitionen, wir schlagen 5 Prozent vor, sollte für Experimente in klima- und ressourcenangepasste Architektur vorgesehen werden.
  • In den Vergabeentscheidungen braucht es verbindliche ökologische Kriterien. Das Vergaberecht ist zwar bereits kompliziert, trotzdem müssen sie Berücksichtigung finden.
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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Prof. Dr.-Ing. Anja Rosen
energum GmbH, Geschäftsführerin

Kernaussagen Anja Rosen

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der “Urban Mining Index” ist ein Planungs- und Bewertungsinstrument für Architekten, um schon in der Neubauphase oder im Falle einer Sanierung, ein Gebäude so zu planen und zu bauen, dass recyclingfähige Materialien verwendet werden, die leicht zurückgewonnen werden und wiederverwendet werden können. Erstmals wird hier der selektive Rückbau schon bewertet oder die Möglichkeit des selektiven Rückbaus wird bewertet.
  • Die Bauindustrie behauptet immer wieder, warum sollen wir denn noch mehr recyceln, wir haben doch schon eine der höchsten Raten in Europa, über 80 Prozent. Aber das ist mitnichten so, weil das kein Recycling ist. Deswegen müssen wir tunlichst unterscheiden zwischen den verschiedenen Stufen der Qualitätsnachnutzung.
  • Der allererste Weg wäre natürlich die Vermeidung, also gar nicht erst zu bauen, sondern Bestandsgebäude wiederzunutzen. Das nächste Ziel wäre die Wiederverwendung, also Materialien irgendwo auszubauen und anderswo wieder einzubauen.
  • Ein Appell an alle Architekten, denkt bei Eurer Planung das Bauwerk zu Ende und im Kreislauf. So haben wir nicht nur ein Urban Mining-Konzept entwickelt, sondern auch ein umfassendes Urban Mining-Designkonzept.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme
FH Münster, Fachbereich BAU, Professur Ressourcenmanagement

Kernaussagen Sabine Flamme

Das Wichtigste im Überblick:

  • Im Baubereich und in Bauwerken liegen erhebliche Rohstoffquellen. Das Problem ist, dass es keine ausreichende Dokumentation der dort verbauten Materialien gibt.
  • Wenn wir eine systematische Bewirtschaftung wollen, dann müssen wir die Dokumentation von Bauwerken mit einplanen.
  • Es gibt immer mehr andersartige Materialien. Zudem bauen wir sehr minerallastig. Das sind zwei wichtige Punkte, um den wir uns kümmern müssen.
  • Die entwickelten Modelle übertragen wir auf Quartiere und Städte, so dass wir wissen, wo welche Materialien verbaut sind und wann sie ungefähr verfügbar sein werden.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

André Hempel
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, BMI, Referatsleiter nachhaltiges Bauen

Kernaussagen André Hempel

Das Wichtigste im Überblick:

  • Alle bisherigen Legislativvorhaben betrachten den Gebäudesektor, so wie er national im Klimaschutzgesetz definiert ist und auf EU-Ebene, sehr eng und in einer Art und Weise, dass nur die direkten Emissionen im Fokus stehen.
  • Dann darf man sich nicht wundern, dass die heutigen Konferenzthemen auf der großen politischen Bühne nicht vorkommen, wenn über das Thema Klimaschutz gesprochen wird.
  • Das Neue Europäische Bauhaus hat den Anspruch, dieses überkommene Denken zumindest ein Stück weit aufzubrechen.
  • Die Gebäuderichtlinien sind dergestalt anzupassen, dass die Treibhausgasemissionen nicht nur im Gebäudebetrieb relevant sind, sondern das die Graue Energie ins Blickfeld rückt. Bei neuen Gebäuden müssen wir den gesamten Lebenszyklus betrachten.
  • Wir brauchen eine Innovationsklausel und zudem die Möglichkeit, Neues in Reallaboren auszuprobieren, was unter Umständen keiner Musterbauverordnung entspricht.
  • Im nächsten Jahr wollen wir eine Forschungs- und Innovationsplattform für Innovationen aufbauen, womit wir Möglichkeiten schaffen, mit Bestandsgebäuden zu experimentieren.

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Dr. Christian Lieberknecht
Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, GDW, Geschäftsführer

Kernaussagen Dr. Christian Lieberknecht

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Wohnungswirtschaft ist äußerst heterogen. Einerseits gibt es kleine Genossenschaften, die im Erzgebirge beheimatet sich oder im Bayerischen Wald, mit 20 bis 50 Wohneinheiten. Andererseits verwalten große Unternehmen wie Vonovia und Deutsche Wohnen mehrere Tausend Wohneinheiten.
  • Gegenüber dem Neuen Europäischen Bauhaus sind wir skeptisch, weil wir aufgrund der Zusammensetzung des Runden Tisches befürchten, das die Frage der Wirtschaftlichkeit und die Frage des Sozialen nur Nebenaspekte darstellen. Der zweite Punkt, der uns hat skeptisch werden lassen, ist die Frage der zeitlichen Dimension. Denn viele Dinge liegen bereits seit Jahren auf dem Tisch.
  • Unsere Erwartung wäre, dass man gemeinsam, die re!source Stiftung, der Städtetag, die Bauwirtschaft, die Akteure gehen bis in das Steuer- und Energiewirtschaftsrecht, die Gelegenheit nutzt und sich zusammenschließt.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Annelie Casper,
German Facility Management Association, GEFMA e.V., stellv. Geschäftsführerin

Kernaussagen Annelie Casper

Das Wichtigste im Überblick:

  • In den nächsten zehn Jahren muss der Gebäudesektor seine CO2-Emissionen erheblich  verringern. 40 Prozent an Energie sind einzusparen. Allerdings bleibt dazu kaum Zeit. Ohne den Gebäudesektor werden wir jedoch nicht klimaneutral werden.
  • Die Zahlen verdeutlichen, dass die Zeitspanne für Herstellung, Bau und Planung wesentlich kürzer ist, als die Phase der Gebäudenutzung. Sie nimmt lediglich 12 bis 15 Prozent in Anspruch, die restliche Zeit verantwortet die Nutzung.
  • Die Erfahrungen aus dem Lebenszyklus müssen Eingang in die Planung finden, damit nutzerfreundliche, positive Lebensräume entstehen.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Prof. Dr. Markus König
Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen, Ruhr-Universität Bochum

Kernaussagen Prof. Dr. Markus König

Das Wichtigste im Überblick:

  • Wir haben schöne Kennzahlen, die wir berechnen können. Schöne Pläne, die wir entwickeln können. Aber uns fehlen teilweise die Daten dazu.
  • Im Zuge der Corona-Krise wurde viel digitalisiert. Es wurden Web- und Videokonferenzen weiterentwickelt, es gab digitale Endgeräte und dergleichen mehr. Aber es gibt zu wenig Investitionen in die Dinge, die wir wirklich benötigen, um auf die neuen Kernpunkte zu setzen.
  • Wir brauchen Dokumentation und Datenerfassung und zwar nicht nur in der Planung, wo die Methode gerade eingeführt wird, sondern in der gesamten Baudokumentation.
  • Ein weiterer Aspekt ist die Standardisierung im Bereich der digitalen Kommunikation.
  • Wir müssen mehr Initiative für Daten entwickeln. Nur zu erfassen, reicht nicht. Es braucht auch Standards und Struktur. In vielen Bereichen geschieht dies bereits. Im Bauwesen ist  jedoch mehr Engagement erforderlich.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Dr. Monika Dittrich
Themenleiterin am ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung gGmbH

Kernaussagen Dr. Monika Dittrich

Das Wichtigste im Überblick:

  • In der Klimadiskussion wissen wir politisch, dass die Emissionen auf Null sinken müssen, was auch immer dieses Null de facto bedeutet. Bei den Ressourcen wissen wir jedoch nicht, weil wir Rohstoffe brauchen. Ohne Rohstoffe können wir weder wohnen, noch leben oder uns ernähren.
  • Werden die Grenzwerte nach dem Prinzip der Gleichverteilung für alle Dimensionen kategorisiert, stellt man fest, dass zwei Grenzen innerhalb des deutschen Budgets bereits überschritten sind: Der Landnutzungswandel und die Belastung durch Stickstoff.
  • Die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft ist interessant, weil Sekundärmaterialien mit weniger Umweltwirkungen verbunden sind.
  • Wir brauchen normative Werte, die entscheiden, welche planetare Grenzen wir als Maßstab nehmen. Zudem gibt es die Frage, welches Budget wir uns Deutsche zumessen und welche Werturteile dafür die Grundlage bilden, die von der Gesellschaft oder von der Politik gefällt werden müssen.
  • Ohne radikale Veränderungen von Produktions- und Konsummustern, und das betrifft ganz unbedingt auch den Bau, überschreiten wir die planetaren Grenzen von unserer deutschen Grenze sehr bald, wenn wir sie nicht bereits überschritten haben, je nachdem, wie wir unsere historische Verantwortung sehen.

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Dr. Katrin Ostertag
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, Leiterin Competence Center Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme

re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Dr. Klaus Jacob
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften, Forschungszentrum für Umweltpolitik, Forschungsleiter vergleichende Politikwissenschaft, FU Berlin

Kernaussagen Dr. Katrin Ostertag und Dr. Klaus Jacob

Das Wichtigste im Überblick:

  • Deutschland kommt in der EU mit 4,4 Prozent des Steueraufkommens an vorletzter Stelle. Umweltsteuern werden demnach in Deutschland bisher nur zu einem sehr geringen Anteil  genutzt. Dies spricht dafür, sich mit dem Einsatz von ökonomischen Politikinstrumenten zur Ressourcenpolitik zu befassen.
  • Die Vorteile ökonomischer Politikinstrumente liegen in den sich verändernden relativen Kosten, wodurch die Nachfrage nach umweltfreundlichen Lösungen gesteigert wird, zum Beispiel die nach Sekundärmaterialien.
  • Bei Produkten besteht die Herausforderung in der genauen Ausgestaltung der Steuer, auf was konkret eine Steuer zu zahlen ist und wer die Steuerpflichtigen sind.
  • Typischerweise fallen Umweltwirkungen bei der Extraktion an und die relevanten Entscheidungen werden am Ende der Wertschöpfungskette getroffen. Die Konsumenten wissen demnach nicht, was am Anfang geschieht.
  • Besonders hohe Potenziale oder Hemmnisse beinhalten die Handlungsfelder Nutzung von CO2 als Rohstoff, betriebliches Ressourcenmanagement, Ressourceneffizienz bei der Produktgestaltung, Reparatur, Gebrauchtwarennutzung, Rücknahme und Recycling von Baustoffen sowie die Verlängerung der Nutzungsdauer.
  • Als Fazit lässt sich feststellen, dass die Potenziale nicht ausgeschöpft sind. Es ist soviel möglich. Allerdings fehlen Anreize.
  • Bisher werden ökonomische Politikinstrumente relativ wenig genutzt. Das liegt teilweise daran, dass Wettbewerbsverzerrung befürchtet wird, teilweise erklärt sich die Zurückhaltung durch die Finanzverfassung in Deutschland, die keine Umweltsteuer kennt und sehr enge Vorgaben hat, was eine Verbrauchssteuer ist.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Dr. Jan Wenker
Projektleiter Forschung, Entwicklung, Innovation, Brüninghoff Gruppe

Kernaussagen Dr. Jan Wenker

Das Wichtigste im Überblick:

  • Unsere Überzeugung ist, dass ein Bauunternehmen nur mit gelebter und in der Unternehmensphilosophie verankerter Nachhaltigkeit dauerhaft erfolgreich sein kann.
  • Wir wollen Betonfertigteile in zukunftsweisender Technologie herstellen. Das heißt, Recycling-Beton im Serienbetrieb einsetzen, also im Prinzip in jedem Betonfertigteil, was dieses Werk verlässt. Dies geschieht unabhängig davon, ob der Kunde es verlangt oder nicht, weil es zu unserer Unternehmensphilosophie passt.
  • Darüber hinaus arbeiten wir zur Zeit sehr intensiv an CO2-mindernden Betonrezepturen für unsere Betonfertigteile.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Judith Busa
Projektmanagerin EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer

Kernaussagen Judith Busa

Das Wichtigste im Überblick:

  • Das Konzept “Circular Engineering” ermöglicht, Gebäude mit einem positiven CO2-Fußabdruck zu bauen.
  • Unser Ziel ist es, mit Cradle-to-Cradle künftig nicht nur effizient, sondern zugleich effektiv zu sein, um energiepositive Gebäude zu realisieren und Gebäude wiederzuverwenden.
  • Das Gebäude der Zukunft ist ein Rohstofflager. Ein konventionelles Gebäude erfüllt diesen Anspruch nicht, weil meistens nicht dokumentiert ist, was wo in welcher Menge und Qualität verbaut wurde.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Michael Scharpf
Nachhaltiges Bauen, Holcim (Deutschland) GmbH

Kernaussagen Michael Scharpf

Das Wichtigste im Überblick:

  • Etwa 40 Prozent dieses Bauwerks bestehen aus Beton. Rechnet man die mineralischen Baustoffe wie Kies, Sand und Mauerwerk hinzu, sind es über 90 Prozent. Demnach sind mineralische Baustoffe im Bauwesen etwas, mit dem wir so nicht weitermachen können.
  • Normativ gilt die DafStb-Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton. Derzufolge gibt es zwei unterschiedliche Materialarten, in die unterschiedliche Prozentsätze eingebracht werden dürfen: In ein Typ 1-Material aus Betongranulat darf ein höher Prozentsatz von RC-Beton Gesteinskörnung als in ein Typ 2-Material eingebracht werden.
  • Im Unterschied zur Schweiz können in einem Recycling-Beton in Deutschland lediglich Anteile in einer Größenordnung kleiner als 2 Millimeter verbunden werden. Ein deutscher Recycling-Beton darf ausschließlich Grobanteile enthalten.
  • Recycling-Beton lässt sich bis auf wenige Einschränkungen praktisch überall einsetzen.
  • Wir haben enormen Handlungsdruck, da das Thema in einer höheren oder jedenfalls in der gleichen Kategorie wie CO2 und Klimaschutz spielt.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Camila Vargas
Leiterin Marketing/Vertrieb GeoClimaDesign AG

Kernaussagen Camila Vargas

Das Wichtigste im Überblick:

  • Unser Lösungsansatz zum zukunftssicheren Heizen und Kühlen im Gebäudebestand setzt auf den Einsatz von Niedertemperatur-Flächenheizsystemen in Verbindung mit der Wärmepumpe.
  • Wir produzieren nicht auf Lager, sondern für jedes Projekt individuell, wodurch wir auch einen ersten Schritt machen wollen, weniger Abfall zu produzieren.
  • Zum einen können Flächenheizsysteme in Decken relativ schnell errichtet werden, man kann das Ganze im bewohnten Gebäude umsetzen. Außerdem ist das System sehr leicht, flexibel und platzsparend. Die Decke ist die größte freiliegende Raumfläche. Es bedarf also keiner aufwendigen Erneuerung des Fußbodens.
  • Damit so ein Projekt gelingt, insbesondere ohne Dämmung, brauchen wir ein effizientes Wärmeabgabesystem, das uns erlaubt mit Wärmesystemtemperaturen zu arbeiten. Das ist notwendig, um den Wirkungsgrad zu steigern. Gleichzeitig haben wir durch die Flächenheizung die Möglichkeit, Heizkörper zu vermeiden und dadurch Verluste zu minimieren.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Moderation Dr. Bernd Weber
Gründer und Geschäftsführer EPICO KlimaInnovation

Kernaussagen Bernd Weber

Das Wichtigste im Überblick:

  • Jetzt geht es darum, die Ziele mit politischen Maßnahmen zu unterlegen. Demnach kommen wir in eine Phase, wo es nicht um das Ob, sondern um das Wie geht.
  • Der alte Gegensatz, Klimaschutz auf der einen und Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit auf der anderen Seite, wird so nicht mehr existieren. Vielmehr wird es darauf ankommen, beides klug miteinander zu verbinden und in Einklang mit der sozialen Verträglichkeit zu bringen.
  • Zugleich geht es um Wachstum. Die Europäische Kommission beispielsweise geht davon aus, dass mit Kreislaufwirtschaft 700.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

SPD Timon Gremmels
MdB, Ausschuss für Wirtschaft und Energie

Kernaussagen Timon Gremmels

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der neue Koalitionsvertrag sollte den Dreiklang “Förderprogramme, Beratung und ordnungsrechtliche Maßnahmen” beinhalten.
  • Künftig muss der Gebäudebereich einen Schwerpunkt bilden, schaut man sich an, wie langsam wir bei der energetischen Gebäudesanierung fortschreiten.
  • Ich hätte mir gewünscht, dass wir den Bereich der grauen Energie wesentlich stärker im Gebäudeenergiegesetz adressieren. Nun ist darin für 2023 eine Überprüfungsklausel festgelegt. Ich möchte hier keinen Koalitionsverhandlungen vorgreifen, aber ich könnte mir vorstellen, dass wir das beschleunigen.
  • Die Frage der Rohstoffbeschaffung und wie wir bauen ist für mich kein ausschließliches Öko- oder Klimathema, sondern eine Chance für eine Industrienation wie Deutschland.

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FDP Dr. Lukas Köhler
MdB, Obmann im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Kernaussagen Lukas Köhler

Das Wichtigste im Überblick:

  • Wir stellen uns eine Teilwarmmiete vor, bei der der Vermieter für eine Basisversorgung mit Wärme zuständig ist und der zusätzliche Verbrauch vom Mieter bezahlt wird. Der Vermieter profitiert bei Investitionen in den Klimaschutz, da die Kosten seiner Basisversorgung sinken. Der Mieter wiederum profitiert, indem seine verbrauchsabhängigen Kosten sinken. Damit lösen wir das Vermieter-Mieter-Dilemma bei Investitionen auf.
  • Wenn sich die ganze Welt in Richtung Klimaneutralität auf den Weg macht, haben wir gegenwärtig einen Vorgeschmack auf das, was bei den Baukosten auf uns zukommt.
  • Irgendwann kann der Staat nicht mehr alles finanzieren. Wir brauchen Alternativen, um entweder dafür zu sorgen, dass mit den bestehenden Systemen die Emissionen sinken, beispielsweise durch die Umwandlung von Wasserstoff in Gas, oder wir müssen andere Wege finden, wie wir schnell günstigen Baustoff herstellen. Auch da gibt es keinen Königsweg, aber die Kreislaufwirtschaft ist Bestandteil der Lösung.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Dr. Thomas Gäckle
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWi, Leiter der Unterabteilung für Rohstoffpolitik

Kernaussagen Thomas Gäckle

Das Wichtigste im Überblick:

  • Internationale Studien weisen eindeutig darauf hin, dass ein steigendes Bevölkerungswachstum mit einer erheblich ansteigenden Inanspruchnahme von Ressourcen verbunden ist. Wenn wir mit dieser Herausforderung umgehen wollen, sind die Prinzipien Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft von entscheidender Bedeutung, damit uns das gelingt.
  • Bei der Entwicklung politischer Konzeptionen ist man nicht alleine. Es gibt unterschiedliche Akteure auf europäischer, nationaler und Länderebene. Diese Akteure auf ein gemeinsames Ziel einzustimmen und ihre Initiativen abzustimmen, ist eine äußerst wichtige Aufgabe.
  • Beim Klimaschutz und bei der Energieeinsparung sind die gewählten Förderinstrumente und ordnungspolitischen Regulierungen zwar aufwendig, auch in finanzieller Hinsicht, aber dennoch einfach, weil die damit verbundenen Ziele einigermaßen konform sind. In der Kreislaufwirtschaft ist das nicht ohne weiteres der Fall.
  • Insgesamt betrachtet war der Ansatz Fördern und Fordern richtig und sollte beibehalten werden, gerade im Hinblick auf die zu erwartenden weiteren Anforderungen, die wir im Bereich Klima- und Ressourcenschutz in den nächsten Jahren sehen werden, sei es von europäischer oder anderer Seite initiiert.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Rolf Brunkhorst
geschäftsführender Vorstand re!source Stiftung e.V.

Kernaussagen Rolf Brunkhorst

Das Wichtigste im Überblick:

  • Wir beobachten seit Jahren, dass der Schwerpunkt beim Klimaschutz in der Energieeffizienz liegt und die Verbindung zu den materiellen Ressourcen erst langsam in das Bewusstsein dringt.
  • Die letzten 20 Jahren wurden darauf verwendet, über die Umsetzung der Energiewende zu diskutieren. Soviel Zeit haben wir bei den Ressourcen nicht.
  • Im Laufe des Tages ist deutlich geworden, dass eine Ressourcenknappheit droht, wenn sie nicht bereits da ist und zum Wirtschaftsfaktor werden kann. Demnach ist Handlungsbedarf! Für die Wirtschaft ist wichtig, Planungssicherheit hinsichtlich des möglichen Arbeitens mit Recyclingbaustoffen zu bekommen.

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re!source: Jahreskonferenz der re!source Stiftung am 5.10.2021 in Berlin.   /// Foto: Mo Wüstenhagen

Rolf Brunkhorst
geschäftsführender Vorstand re!source Stiftung e.V.

Kernaussagen Rolf Brunkhorst

Das Wichtigste im Überblick:

  • Wir haben gesehen, dass es gut ist, wenn in der europäischen Gemeinschaft auch visionär gearbeitet werden kann und wir uns nicht nur im Kleinklein verhaken. Das ist ein wichtiger Punkt für uns alle, aber auch für die re!source: eine Vision zu haben, wo geht es die nächsten Jahren eigentlich hin und wo kann mitgestaltet werden?
  • Eigentlich müsste man Forschungsverbundprojekte mit den Experten machen, die heute hier waren, um der Politik zu helfen und mal weit über den Tellerrand zu blicken und so eine Art Systemwechsel vorzunehmen.
  • Wir haben tatsächlich Kompetenz in der Politik und mittlerweile auch den politischen Willen, sich überhaupt mit Ressourcen zu beschäftigen. Das war vor Jahren noch nicht der Fall; da Ressourcen ein Fremdwort.
  • Wir müssen mit mehr Nachdruck agieren. Wir haben es ja beim Thema Energieeffizienz gesehen: Das Thema muss so positioniert werden, dass wir letzten Endes auch ernst genommen werden.

Impressionen

Speaker

In der Reihenfolge des Auftretens

Annette von Hagel
Annette von Hagel
Dr. Thomas Welter
Dr. Thomas Welter
Prof. Dr.-Ing. Anja Rosen
Prof. Dr.-Ing. Anja Rosen
Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme
Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme
André Hempel
André Hempel
Dr. Christian Lieberknecht
Dr. Christian Lieberknecht
Annelie Casper
Annelie Casper
Prof. Dr.-Ing. Markus König
Prof. Dr.-Ing. Markus König
Dr. Monika Dittrich
Dr. Monika Dittrich
Dr. Katrin Ostertag
Dr. Katrin Ostertag
Dr. Klaus Jacob
Dr. Klaus Jacob
Dr. Jan Wenker
Dr. Jan Wenker
Judith Busa
Judith Busa
Michael Scharpf
Michael Scharpf
Camila Vargas
Camila Vargas
Dr. Bernd Weber
Dr. Bernd Weber
Timon Gremmels
Timon Gremmels
Dr. Lukas Köhler
Dr. Lukas Köhler
Dr. Thomas Gäckle
Dr. Thomas Gäckle
Rolf Brunkhorst
Rolf Brunkhorst

Hinweis: Die Inhalte spiegeln die Meinung der Referenten wider.