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Mehr Aktivität zur Ressourcenschonung nötig

Mit dem Ressourcenbericht für Deutschland 2022 liefert das Umweltbundesamt bereits zum dritten Mal zahlreiche Daten und Fakten zur Nutzung von Rohstoffen in dreißig Bereichen in jeweils zweiseitigen Übersichten. Grundlage sind Daten des Statistischen Bundesamtes und des Umweltbundesamtes sowie belastbare Modellrechnungen indirekter Rohstoffflüsse nach Deutschland entlang internationaler Handels- und Produktionsketten. Im besonderen Fokus des Berichts steht auch die Rohstoffnutzung der Zukunft bis 2050, die anhand unterschiedlicher Szenarien projiziert wird. Demnach könnte der Rohstoffverbrauch in Deutschland um bis zu 70 Prozent sinken, wenn die technologischen Möglichkeiten für erhöhte Materialeffizienz vollständig umgesetzt und die Menschen zugleich ihren Lebensstil nachhaltig gestalten würden. In diesem optimistischen Fall wäre ein Rohstoffverbrauch von 10 Tonnen je Einwohner im Jahr möglich. Heute sind es rund 16 Tonnen. Erforderlich wären allerdings erhebliche und weitreichende Verhaltensänderungen der Bevölkerung in den Bereichen Wohnen, Haushalt, Ernährung und Mobilität. Genannt werden etwa für das Wohnen strenge energetische Standards, hohe Sanierungsraten, die Nutzung von Wärmepumpen und Fernwärme, Recyclingbaustoffe, Leichtbau, flexibles und modulares Bauen, die Reduktion von Wohnflächen sowie höhere Anteile von Mehrfamilienhäusern. Es steht außer Frage, dass ein Bewusstseinswandel allein in diesem Bereich vor großen Herausforderungen und zahlreichen Widerständen stehen wird. Doch, so der Tenor des Berichts, sei Verzagen vor dem Hintergrund des Klimawandels und der zunehmenden Rohstoffknappheiten keine realistische Option.