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Temperaturanstieg wird Produktion weltweit erheblich belasten

Auf der Basis lange zurückreichender, regionaler Wachstums- und Klimadaten von mehr als 1.500 Regionen in 77 Ländern zeigen Matthias Kalkul und Leonie Wenz in einem jüngst erschienenen Beitrag, dass ein Anstieg der Oberflächentemperatur der Erde um durchschnittlich 3,5° C bis zum Ende des Jahrhunderts die weltweite Produktion um 7-14% reduzieren könnte. Die Resultate der empirischen gut abgesicherten Simulationsrechnung verdeutlichen auch, dass wärmere Regionen künftig stärker als kühlere betroffen sein dürften: Während bei Durchschnittstemperaturen von 10°C nur geringe negative Effekte messbar sind entsteht der höchste Produktionsrückgang langfristig in Regionen mit durchschnittlichen Temperaturen von 25°C. Dabei dürften die ökonomisch negativen Effekte umso stärker sein, je weiter eine Region von einer Küste oder einem schiffbaren Gewässer entfernt ist oder je höher sie liegt. Es wundert nicht, dass die Effekte abgemildert werden, je mehr eine Region zur Gewinnung fossiler Brennstoffe in der Lage ist. Die beiden Wissenschaftler untersuchen auch die gesellschaftlichen Kosten eines Wirtschaftswachstums, das überwiegend auf fossilen Brennstoffen beruht. Sie liegen 2020 mit mindestens 73 US-Dollar je Tonne CO2 etwa doppelt so hoch wie bislang angenommen und steigen bis 2100 auf 377 $/tCO2. Dabei sind Schäden aus dem Anstieg des Meeresspiegels oder nicht-marktliche Schäden noch gar nicht berücksichtigt. Im Vergleich zu anderen langfristigen Studien ist der insgesamt zu beobachtende negative Effekt des Temperaturanstiegs auf das Wirtschaftswachstum bei der Verwendung regionaler Daten stärker als bei hoch aggregierten nationalen Daten.