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Polystrol Recycling mit „PSLoop“ auf neuer Stufe

Dämmstoffe aus expandiertem Polystrol (EPS), auch bekannt unter dem Markennamen Styropor, wurden seit den sechziger Jahren bis 2015 mit dem Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) behandelt. Seit dem 21.8.2015 ist dieses Umweltgift verboten und wurde gegen das unbedenkliche Flammschutzmittel Polymer-FR ausgetauscht. Alte und belastete EPS-Dämmstoffe konnten bislang allerdings nicht recycelt werden, hier war nur eine thermische Verwertung möglich. Das hat sich grundlegend geändert. Denn die PolyStyrene-Loop-Initiative (kurz: PSLoop), eine Non-Profit-Organisation mit 61 Mitgliedsfirmen aus der EPS-Wertschöpfungskette und dem Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), errichtet gerade im niederländischen Terneuzen eine Pilotanlage für die nachhaltige Wiederverwertung von belastetem Alt-EPS mit einer Kapazität von 3.000 Tonnen im Jahr. Dabei wird das Altmaterial zunächst verflüssigt und dann in Dämmstoff und Flammschutzmittel getrennt. In den Produktionsprozess zurück gehen reines Polystrol für neues EPS und Brom für neues Flammschutzmittel. Das abgetrennte HBCD wird verbrannt. Insgesamt werden so 47% weniger CO2 emittiert als bei der thermischen EPS-Verwertung. Das Verfahren basiert auf der vom IVV entwickelten CreaSolv-Technologie und wurde kürzlich mit dem niederländischen Blue Tulip Award 2020 ausgezeichnet.