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Nachhaltiger Zement – noch ein weiter Weg

Future Cleantech Architects (FCA), ein deutscher Think Tank, hat anlässlich der COP27 ein Factsheet mit Lösungsansätzen zum Thema Zement und Klimawandel publiziert. Zement ist als Grundstoff für Beton das weltweit meistverwendete Baumaterial mit global weiter wachsender Nachfrage. Sein Herstellungsprozess aus Kalkstein ist energieintensiv und steht für 5 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Bemühungen zur Reduktion des herstellungsbezogenen Energieverbrauchs sind auf mehreren Ebenen möglich. Neue und skalierbare Verfahren zum Ersatz fossiler Brennstoffe für die Hochtemperaturherstellung von Zement, etwa mit Hilfe von Bioenergie, sind allerdings erst zu einem geringen Anteil im Einsatz. Wasserstoff aus regenerierbaren Quellen ist noch Zukunftsmusik. Auch Lösungen in anderen Bereichen sind denkbar, häufig jedoch noch nicht marktreif. Dazu gehören Klinkerreduktion im Brennprozess oder Kohlenstoff-Härtung. Recycelte Gesteinskörnungen sind im Einsatz, erreichen aber erst geringe Marktanteile. Eine Lösung kann die Kreislaufwirtschaft sein, verstärkt durch neue Regulierungen und erhöhte Investitionen zum verstärkten Einsatz von Rezyklaten. Andere Lösungen wären veränderte, effiziente Baukonstruktionen mit geringerem Betonverbrauch, mehr Forschungsförderung für Zementalternativen („Biozement“), verbesserte Bauvorschriften mit Leistungsanforderungen anstelle von Materialvorgaben oder bessere Rahmenbedingungen für die Etablierung einer Infrastruktur für die CO2-Abscheidung.