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Grüne fordern Bauwende, die FDP will Technologieoffenheit

Am 27.1.2021 beschäftigte sich der Bundestag im Rahmen einer Debatte erstmals mit dem Thema Bau und Immobilienwirtschaft (Plenarprotokoll). Dazu lagen drei Anträge von Bündnis 90/Die Grüne und einer der FDP vor. Bündnis 90/Die Grünen fordern in einem Antrag die Einleitung einer „Bauwende“ und plädieren „für eine ressourcenschonende Bau- und Immobilienwirtschaft“. Hintergrund sei der jährliche Verbrauch von 517 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe in der Bauwirtschaft, der 90% des Rohstoffabbaus in Deutschland umfasse. Der FDP-Antrag sieht in einer „nachhaltigen Baukultur“ unter anderem „multifunktionale Grundrisse, die verschiedene Nutzungen zulassen“, einen höheren „Anteil an Recyclingbaustoffen“ und bezahlbares Wohnen vor, die vor allem unter der Bedingung der „Technologieoffenheit“ machbar seien. Insgesamt seien nach Angabe des Zentrum Ressourceneffizienz 15 Milliarden Tonnen Material im deutschen Gebäudebestand gebunden. Umbau und Abbruch von Gebäuden verursachten jährlich rund 215 Millionen Tonnen Bauabfälle. Nachhaltig sei dies nicht. „Planen, Bauen und Nutzen“ müssten in der Bauwirtschaft nach den „Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft“ in „hochwertigen Kreisläufen“ betrieben werden. Ziel müsse es sein, die bereits verbauten Materialien als „Materiallager der Zukunft“ einzuordnen und „Urban Mining“ zu etablieren. Dazu solle die Bundesregierung unter anderem das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu einem „Gebäuderessourcengesetz“ weiterentwickeln, die Musterbauordnung novellieren, in der Vertragsordnung für Bauleistungen den Rückbau verankern und die „Digitalisierung des Bausektors entschlossen fördern“.